
Die Lösung für Ganzjahres-Fahrkomfort liegt nicht in einem einzigen teuren Zubehörteil, sondern in einem System intelligenter, oft unterschätzter und vor allem legaler Nachrüstungen.
- Ergonomie-Upgrades wie Handguards und Spiegelverlängerungen bieten oft mehr Komfort und Sicherheit als teure Elektronik.
- Die versteckten Kosten und der Aufwand für eine TÜV-Einzelabnahme können den Nutzen mancher Umbauten schnell zunichtemachen.
Empfehlung: Beginnen Sie mit dem effektivsten Schutz gegen Fahrtwind (Handguards) und einer korrekten Spiegeleinstellung, bevor Sie in teurere Elektronik investieren.
Jeder Ganzjahrespendler kennt das Problem: Der Kalender zeigt November, das Thermometer nähert sich dem Gefrierpunkt und die ersten Kilometer zur Arbeit werden zur Zerreißprobe für die Finger. Selbst die dicksten Winterhandschuhe scheinen nach wenigen Minuten zu kapitulieren. Die naheliegende Lösung scheint der Griff zu Heizgriffen zu sein. Doch die ewige Debatte „Heizgriffe oder beheizte Handschuhe?“ greift zu kurz. Sie übersieht, dass wahrer Fahrkomfort im Alltag nicht von einer einzelnen, isolierten Maßnahme abhängt, sondern von einem durchdachten Gesamtsystem. Es geht darum, das Motorrad zu einem souveränen Begleiter für jede Witterung und Verkehrssituation zu machen.
Bevor man jedoch über leistungsstarke elektrische Verbraucher nachdenkt, muss die Basis stimmen. Viele vergessen den pragmatischen ersten Schritt: die Reduzierung der Ursachen anstatt nur die Symptome zu bekämpfen. Der eisige Fahrtwind ist der größte Feind warmer Hände. Gleichzeitig lauern im urbanen Dschungel andere Herausforderungen: schlechte Rücksicht, die ständige Sorge um den Handyakku bei Regen oder die mühsame Kettenpflege am Wochenende. Elektronische Helfer wie Heizgriffe können zudem eine leistungsfähige Batterie erfordern. Wie Experten betonen, sollte die Batterie eine Kapazität von wenigstens 6 Ah haben, da Heizgriffe je nach Stufe bis zu 50 Watt verbrauchen können.
Dieser Guide bricht mit dem üblichen „Höher, Schneller, Weiter“-Ansatz. Als pragmatische Zubehör-Tester nehmen wir die kleinen, aber entscheidenden Modifikationen unter die Lupe, die im Pendleralltag den größten Unterschied machen. Wir bewerten nicht nur das Produkt selbst, sondern auch die oft übersehenen Aspekte: den Montageaufwand, die legale Situation in Deutschland und die echten Kosten-Nutzen-Fallen. Von der aerodynamischen Optimierung bis zur diebstahlsicheren Gepäcklösung – wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Motorrad schrittweise zu einer perfekten Alltagsmaschine aufrüsten.
In diesem Artikel führen wir Sie durch die wichtigsten ergonomischen Nachrüstungen. Wir analysieren die Vor- und Nachteile jeder Lösung, geben praxisnahe Tipps und beleuchten die rechtlichen Rahmenbedingungen, damit Sie fundierte Entscheidungen für mehr Komfort und Sicherheit treffen können.
Inhaltsverzeichnis: Der Guide zu den besten Motorrad-Nachrüstungen für den Alltag
- Nicht nur für Enduros: Warum Handguards der beste Schutz gegen kalten Fahrtwind sind?
- Hauptständer montieren: Lohnt sich das Mehrgewicht für die einfachere Kettenpflege?
- Induktiv oder Kabel: Wie laden Sie Ihr Handy am Lenker auch bei Regen wasserdicht?
- Nur die eigenen Schultern sehen: Wie verbessern Verlängerungen legal die Rücksicht?
- Kratzer durch Reißverschluss: Welches Tankpad hält wirklich und löst sich nicht in der Sonne?
- Warum ein zu breiter Lenker im Stadtverkehr Ihre Schultern unnötig belastet?
- Akku bei Minusgraden: Warum Ihr E-Roller im Januar nur noch 50% der Strecke schafft?
- Alukoffer oder Softbags: Was hält bei einer zweiwöchigen Regentour wirklich dicht?
Nicht nur für Enduros: Warum Handguards der beste Schutz gegen kalten Fahrtwind sind?
Bevor man überhaupt über die Watt-Zahl von Heizgriffen nachdenkt, sollte die erste Frage lauten: Wie kann ich den kalten Fahrtwind von meinen Händen fernhalten? Die effektivste und zugleich kostengünstigste Antwort kommt aus dem Offroad-Bereich: Handprotektoren, oft auch Handguards genannt. Ursprünglich als Schutz vor Ästen und Steinschlag konzipiert, sind sie im Alltag ein unschlagbarer Wetterschutz. Sie leiten den eisigen Luftstrom über und um die Hände herum, was den Wärmeverlust drastisch reduziert. Der Effekt ist sofort spürbar und führt oft dazu, dass man dünnere Handschuhe für ein besseres Griffgefühl tragen oder die Heizgriffe eine Stufe niedriger stellen kann.
Viele Fahrer schrecken vor der Montage zurück, weil sie rechtliche Komplikationen befürchten. Doch die Situation in Deutschland ist einfacher als oft angenommen. Grundsätzlich gilt: Solange die Handprotektoren keine Beleuchtungseinrichtungen wie Blinker oder Tagfahrlichter integriert haben, sind sie in der Regel nicht eintragungspflichtig. Einem Erfahrungsaustausch in einem großen deutschen Motorradforum zufolge müssen einfache Handprotektoren ohne Leuchtmittel nicht zwingend über eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) verfügen. Wichtig ist, dass sie splittersicher konstruiert sind und die Bedienung von Brems- und Kupplungshebel zu keiner Zeit beeinträchtigen.
Die Montage ist bei den meisten Modellen unkompliziert und erfolgt direkt an den Lenkerenden. Der wahre Gewinn dieser Nachrüstung zeigt sich nicht nur im Winter. Auch bei Regen halten sie die Hände länger trocken und schützen vor Insekten oder aufgewirbelten Steinchen. Angesichts des geringen Preises im Vergleich zu hochwertigen Heizgriffen oder beheizten Handschuhen stellen Handguards die Maßnahme mit dem besten Kosten-Nutzen-Verhältnis dar, wenn es um warme Hände geht. Sie sind die erste Verteidigungslinie, die jede weitere Maßnahme wesentlich effektiver macht.
Hauptständer montieren: Lohnt sich das Mehrgewicht für die einfachere Kettenpflege?
Die Kette schmieren oder das Hinterrad reinigen – für Fahrer ohne Hauptständer sind diese regelmäßigen Wartungsarbeiten oft ein mühsames Unterfangen. Das Motorrad mehrmals vor- und zurückschieben oder umständlich mit einem Scherenheber hantieren, kostet Zeit und Nerven. Ein nachgerüsteter Hauptständer verspricht hier die ultimative Erleichterung: Mit einem Tritt ist das Motorrad sicher aufgebockt, das Hinterrad dreht frei und die Kettenpflege wird zum Kinderspiel. Auch für das Überwintern oder bei längeren Standzeiten ist der Hauptständer ideal, da er die Reifen entlastet.

Doch dieser Komfort hat seinen Preis, und der bemisst sich nicht nur in Euro, sondern auch in Kilogramm. Ein Hauptständer bringt zusätzliches Gewicht mit sich, das permanent mitgeführt wird und sich auf das Handling des Motorrads auswirken kann. Zudem reduziert er die Schräglagenfreiheit, was bei sportlicher Fahrweise in engen Kurven zum Problem werden kann. Hier steht man vor einem klassischen Ergonomie-Kompromiss: Bequemlichkeit bei der Wartung gegen Agilität im Fahrbetrieb. Für den täglichen Pendler, der selten im Grenzbereich unterwegs ist, überwiegen die Vorteile aber meist deutlich.
Die größte Hürde ist jedoch die rechtliche und technische Seite, besonders wenn es für das eigene Modell keinen vom Hersteller oder Zubehörspezialisten freigegebenen Ständer gibt. Der Eigenbau oder die Anpassung eines Ständers von einem anderen Modell ist eine „Kosten-Nutzen-Falle“. Wie ein Erfahrungsbericht zeigt, ist in solchen Fällen eine teure Einzelabnahme beim TÜV nach § 19 (2) StVZO unumgänglich. Der Prüfer muss sicherstellen, dass der Ständer stabil ist, im eingeklappten Zustand sicher arretiert und die Fahrsicherheit nicht beeinträchtigt. Die Kosten für ein solches Gutachten können den Preis des Materials schnell übersteigen und machen das Projekt wirtschaftlich unattraktiv. Daher lautet die klare Empfehlung: Nur auf modellspezifische Hauptständer mit ABE zurückgreifen.
Induktiv oder Kabel: Wie laden Sie Ihr Handy am Lenker auch bei Regen wasserdicht?
Das Smartphone ist für viele Pendler zum unverzichtbaren Cockpit-Instrument geworden: als Navigationsgerät, Musikplayer oder zur Anrufanzeige. Doch ein leerer Akku auf halber Strecke ist mehr als nur ärgerlich. Eine zuverlässige Ladevorrichtung am Lenker ist daher für Ganzjahresfahrer Pflicht. Die große Frage lautet: Setzt man auf die bewährte Kabelverbindung via USB-Buchse oder auf eine moderne, induktive Ladehalterung? Beide Systeme haben im Praxis-Härte-Test spezifische Vor- und Nachteile, besonders wenn es um das Thema Wasserdichtigkeit geht.
Die klassische Lösung ist eine fest verbaute 12V- oder USB-Steckdose. Moderne Varianten sind mit einer Schutzkappe versehen und nach IP67-Standard als wasserdicht zertifiziert – allerdings nur im geschlossenen Zustand. Sobald bei Regen ein Kabel eingesteckt wird, ist die Schwachstelle geschaffen. Hier kann Feuchtigkeit eindringen und zu Korrosion oder Kurzschlüssen führen. Der Vorteil liegt in der höheren Ladegeschwindigkeit; USB-C-Anschlüsse liefern genug Strom, um ein Handy auch bei laufender Navigation mit voller Displayhelligkeit schnell zu laden.
Induktive Ladehalterungen (oft nach dem Qi-Standard) sind hier konzeptionell im Vorteil. Da keine physische Verbindung nötig ist, ist das System per se geschlossen und unempfindlich gegenüber Wasser und Staub. Das Handy wird einfach in die Halterung geklemmt und der Ladevorgang startet. Der Komfort ist unschlagbar. Allerdings gibt es zwei entscheidende Nachteile: Die Ladeleistung ist geringer, was bei energiehungrigen Apps gerade so zum Halten des Ladezustands reicht. Das größere Problem ist die Wärmeentwicklung. Induktives Laden erzeugt Abwärme, die in Kombination mit direkter Sonneneinstrahlung im Sommer dazu führen kann, dass das Smartphone wegen Überhitzung den Ladevorgang stoppt oder sich ganz abschaltet. Für den reinen Winterbetrieb ist dies weniger relevant, für den Ganzjahres-Pendler jedoch ein klares Manko.
Nur die eigenen Schultern sehen: Wie verbessern Verlängerungen legal die Rücksicht?
Es ist ein weit verbreitetes und gefährliches Problem: Der Blick in die Rückspiegel zeigt hauptsächlich die eigenen Schultern und Arme, während der rückwärtige Verkehr nur durch Verrenkungen einsehbar ist. Besonders mit dicker Winterkleidung verschärft sich dieses Manko. Die Ursache liegt oft in zu kurzen Spiegelarmen, die vom Hersteller aus optischen oder Kostengründen verbaut wurden. Eine unzureichende Rücksicht ist jedoch keine Lappalie, sondern ein erhebliches Sicherheitsrisiko im dichten Stadtverkehr. Die einfachste und effektivste Lösung sind Spiegelverlängerungen.

Diese Adapter werden einfach zwischen der Spiegelhalterung und dem Spiegelarm montiert und versetzen den Spiegel um einige Zentimeter nach außen und/oder oben. Das Sichtfeld wird dadurch dramatisch verbessert, der „tote Winkel“ direkt hinter dem Fahrer wird kleiner und der schnelle Schulterblick wird sicherer. Doch wie steht es um die Legalität? Der Legalitäts-Check ist hier entscheidend. Laut §56 der StVZO müssen Krafträder mit Spiegeln ausgerüstet sein, die eine „ausreichende Sicht nach hinten“ gewährleisten. Eine Verbesserung der Sicht ist also im Sinne des Gesetzgebers.
Dennoch handelt es sich um einen Eingriff in ein relevantes Bauteil. Die entscheidende Frage für die TÜV-Konformität lautet: Hat die Spiegelverlängerung eine ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis)? Falls ja, ist die Montage unproblematisch. Falls nein, was bei vielen universellen oder günstigen Adaptern der Fall ist, wird es komplizierter. In diesem Fall ist formal eine Einzelabnahme beim TÜV nach §19 der StVZO notwendig, wie Informationen von Vergleichsportalen klarstellen. Der Prüfer kontrolliert, ob die Verlängerung stabil ist und keine scharfen Kanten aufweist. Die Kosten für diese Einzelabnahme plus die anschließende Eintragung in die Fahrzeugpapiere können den Preis der eigentlichen Teile schnell übersteigen. Es empfiehlt sich daher dringend, direkt zu Verlängerungen mit ABE zu greifen, um auf der sicheren und kostengünstigeren Seite zu sein.
Kratzer durch Reißverschluss: Welches Tankpad hält wirklich und löst sich nicht in der Sonne?
Es passiert schneller, als man denkt: Eine kurze Unachtsamkeit beim Auf- oder Absteigen, und schon hat der Reißverschluss der Jacke eine unschöne Kratzspur auf dem frisch polierten Tank hinterlassen. Ein Tankpad ist der einfachste und effektivste Schutz gegen solche Lackschäden. Doch wer schon einmal ein günstiges Pad montiert hat, kennt die Enttäuschung: Nach einem heißen Sommer löst sich der Kleber an den Rändern, das Pad wirft Blasen oder vergilbt durch die UV-Strahlung. Ein gutes Tankpad muss nicht nur schützen, sondern vor allem dauerhaft halten. Im Praxis-Härte-Test kommt es auf zwei Faktoren an: das Material und die Montage.
Bei den Materialien gibt es große Unterschiede. Günstige Gummi-Pads bieten zwar guten Grip, neigen aber dazu, unter UV-Einfluss schnell auszuhärten und spröde zu werden. Gel-Pads sehen oft schick aus und dämpfen Vibrationen gut, können aber bei extremer Hitze weich werden und ihre Form verlieren. Als widerstandsfähigstes Material hat sich oft Carbon oder hochwertiger Kunststoff erwiesen. Diese Pads sind formstabil, extrem UV-beständig und behalten ihre Optik über Jahre. Der Schlüssel zur Langlebigkeit ist jedoch fast immer der verwendete Kleber. Viele Standard-Pads nutzen einfache Klebefolien. Deutlich überlegen sind Produkte, die auf speziellen Tankpad-Kleber oder hochwertiges 3M-VHB-Klebeband setzen.
Selbst das beste Material nützt nichts, wenn die Vorbereitung der Oberfläche mangelhaft ist. Eine sorgfältige Montage ist das A und O für eine dauerhafte Haftung. Viele Fehler werden aus Ungeduld gemacht. Die Oberfläche muss absolut sauber und fettfrei sein, und die Umgebungstemperatur während der Montage spielt eine entscheidende Rolle.
Ihre Checkliste: Tankpad dauerhaft montieren
- Vorbereitung der Oberfläche: Alte Kleberreste vollständig entfernen. Anschließend den Tank gründlich mit Isopropanol (70%) entfetten, um jegliche Wachs- oder Politurrückstände zu beseitigen.
- Temperatur-Management: Die Montage nicht in einer kalten Garage durchführen. Eine Material- und Umgebungstemperatur von mindestens 15°C, idealerweise zwischen 20-25°C, ist für die Kleberaktivierung entscheidend.
- Positionierung ohne Kleben: Das Pad zunächst ohne Abziehen der Schutzfolie auflegen und die perfekte Position mit kleinen Markierungen (z.B. mit abwaschbarem Stift oder Klebeband) festlegen.
- Blasenfreies Anbringen: Das Pad von einer Seite oder von der Mitte aus langsam andrücken, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Eine Rakel oder ein weiches Tuch kann dabei helfen, das Pad gleichmäßig anzupressen.
- Aushärtungsphase respektieren: Nach der Montage den Kleber seine volle Kraft entfalten lassen. Das bedeutet, das Motorrad für mindestens 24 Stunden nicht zu bewegen und den Tank keiner Belastung oder Reinigung auszusetzen.
Warum ein zu breiter Lenker im Stadtverkehr Ihre Schultern unnötig belastet?
Ein breiter Lenker im Stile eines Superbikes oder Cruisers sieht für viele Motorradfahrer nach Souveränität und Kontrolle aus. Doch was auf der offenen Landstraße für eine entspannte Haltung sorgen mag, kann im dichten Stadtverkehr zum ergonomischen Albtraum werden. Das ständige Manövrieren bei niedriger Geschwindigkeit, das Durchschlängeln zwischen Autokolonnen und die aufrechte Sitzposition belasten bei einem unpassenden Lenker die Schulter- und Nackenmuskulatur enorm. Die Folge sind Verspannungen und Schmerzen, die den Fahrspaß auf dem täglichen Weg zur Arbeit trüben.
Das Hauptproblem ist die unnatürliche Armhaltung. Ein zu breiter Lenker zwingt die Arme in eine weit gespreizte Position, was die Belastung auf die Schultergelenke und Handgelenke erhöht. Das gilt besonders, wenn die Lenkerbreite nicht zur Statur des Fahrers passt. Als Faustregel gilt eine einfache ergonomische Formel, wie sie auch Experten immer wieder betonen:
Die Lenkerbreite sollte maximal der Schulterbreite des Fahrers plus 10-15 cm entsprechen. Breitere Lenker führen zu einer unnatürlichen Armhaltung und erhöhen die Belastung auf Schultern und Handgelenke, besonders bei längeren Fahrten.
– Ergonomie-Experte, Motorrad-Ergonomie Ratgeber
Ein Lenkerumbau kann daher eine sinnvolle Investition in die eigene Gesundheit und den Fahrkomfort sein. Aber auch hier lauern Kosten-Fallen. Ein neuer Lenker benötigt fast immer eine ABE oder ein Teilegutachten für das spezifische Motorradmodell. Ohne diese Papiere ist eine kostspielige Einzelabnahme beim TÜV fällig. Zusätzlich zu den Prüfgebühren fallen für die Eintragung in die Fahrzeugpapiere bei der Zulassungsstelle weitere Gebühren an, oft um die 40 Euro. Zudem muss man prüfen, ob die originalen Züge und Leitungen (Gas, Kupplung, Bremse) für den neuen Lenker noch lang genug sind. Ist dies nicht der Fall, steigen die Kosten für den Umbau erheblich an.
Akku bei Minusgraden: Warum Ihr E-Roller im Januar nur noch 50% der Strecke schafft?
Für urbane Pendler sind E-Roller eine fantastische Alternative zum Auto oder öffentlichen Nahverkehr. Sie sind leise, wendig und günstig im Unterhalt. Doch sobald die Temperaturen unter den Gefrierpunkt fallen, erleben viele Nutzer eine böse Überraschung: Die versprochene Reichweite bricht dramatisch ein. Plötzlich schafft der Roller, der im Sommer problemlos den Weg zur Arbeit und zurück meisterte, nur noch die halbe Strecke. Dies ist kein Defekt, sondern pure Physik. Die Leistungsfähigkeit von Lithium-Ionen-Akkus ist stark temperaturabhängig.
Im Inneren des Akkus verlangsamen sich bei Kälte die elektrochemischen Prozesse. Der Innenwiderstand steigt, und der Akku kann nicht mehr so viel Energie abgeben. Das Ergebnis ist ein signifikanter Kapazitätsverlust, der sich direkt auf die Reichweite auswirkt. Der Effekt ist nicht linear, sondern potenziert sich bei sinkenden Temperaturen, wie Messungen von Automobilclubs immer wieder belegen.
Eine aktuelle Analyse des ADAC verdeutlicht diesen dramatischen Einbruch der Leistungsfähigkeit.
| Temperatur | Reichweite | Kapazitätsverlust |
|---|---|---|
| 20°C | 100% | 0% |
| 10°C | 85% | 15% |
| 0°C | 70% | 30% |
| -10°C | 50% | 50% |
| -20°C | 30% | 70% |

Glücklicherweise kann man diesem Effekt entgegenwirken. Der entscheidende Faktor ist, den Akku so lange wie möglich auf „Betriebstemperatur“ zu halten. Dazu gehören einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen:
- Lagerung bei Zimmertemperatur: Den Akku (sofern entnehmbar) immer in der Wohnung oder im Büro lagern und erst kurz vor der Fahrt einsetzen.
- Kälteschutz verwenden: Eine spezielle Thermohülle aus Neopren für den Akku wirkt wie eine Winterjacke und verlangsamt das Auskühlen während der Fahrt und bei kurzen Stopps.
- Reifendruck anpassen: Bei Kälte sinkt der Reifendruck. Eine Erhöhung um ca. 0,2 bar kompensiert dies und reduziert den Rollwiderstand.
- Fahrmodus wählen: Den Eco-Modus nutzen, da dieser die Leistungsaufnahme reduziert und den Akku weniger stark beansprucht.
Das Wichtigste in Kürze
- Legalität vor Optik: Prüfen Sie bei jedem Umbau zuerst die ABE- oder TÜV-Situation. Eine teure Einzelabnahme kann den Nutzen schnell zunichtemachen.
- Kleine Ursache, große Wirkung: Oft sind es die günstigen, mechanischen Lösungen (wie Handguards oder Spiegelverlängerungen), die im Alltag den größten Komfort- und Sicherheitsgewinn bringen.
- Der Praxis-Härte-Test zählt: Verlassen Sie sich nicht auf Marketingversprechen. Achten Sie auf die Tücken des Alltags wie Überhitzung im Sommer, Wasserdichtigkeit bei Starkregen oder die Haltbarkeit von Klebstoffen.
Alukoffer oder Softbags: Was hält bei einer zweiwöchigen Regentour wirklich dicht?
Die Frage nach dem richtigen Gepäcksystem spaltet die Motorrad-Community. Auf der einen Seite die Verfechter robuster, abschließbarer Alukoffer, auf der anderen Seite die Fans leichter, flexibler Softbags. Für den Ganzjahres-Pendler, der auch mal einen Wolkenbruch auf dem Heimweg überstehen muss, ist die entscheidende Frage jedoch: Welches System hält mein Gepäck wirklich trocken? Ästhetik und Ladevolumen sind zweitrangig, wenn das Notebook oder die Wechselkleidung nach der Fahrt durchnässt sind. Ein Praxis-Härte-Test unter realen Bedingungen bringt hier oft erstaunliche Erkenntnisse.
Fallstudie: Dichtigkeit im Dauertest
Ein von Tourenfahrern dokumentierter zweiwöchiger Test auf einer Nordkap-Tour lieferte ein klares Ergebnis: Die getesteten Alukoffer mit intakter Gummidichtung in den Deckeln hielten selbst nach 12 Tagen mit fast ununterbrochenem Regen zu 100 % dicht. Bei den Softbags mit Rollverschluss zeigte sich ein differenzierteres Bild. Hochwertige Modelle hielten lange stand, doch nach etwa 8 Tagen drang bei einigen die erste Feuchtigkeit durch die Nähte im Bodenbereich ein. Entscheidend war hier die korrekte Handhabung des Verschlusses: Ein mindestens drei- bis viermaliges, straffes Einrollen der Öffnung war Pflicht für eine maximale Dichtigkeit. Die klare Empfehlung aus diesem Test: Bei Softbags sind zusätzliche, wasserdichte Innenbeutel (Dry-Bags) für empfindliche Elektronik oder Dokumente absolut empfehlenswert.
Die Entscheidung hängt also stark vom individuellen Anforderungsprofil und dem Budget ab. Alukoffer bieten den besten Schutz vor Nässe und Diebstahl, sind aber schwer und teuer. Softbags sind leicht, günstiger und verzeihen auch mal einen leichten Sturz, erfordern aber mehr Sorgfalt beim Packen und Schließen, um wirklich wasserdicht zu sein. Der folgende Vergleich fasst die wichtigsten Eigenschaften zusammen.
| Kriterium | Alukoffer | Softbags |
|---|---|---|
| Wasserdichtigkeit | Sehr hoch (mit intakter Dichtung) | Hoch (abhängig von Verschluss & Nähten) |
| Gewicht (pro 30L) | ca. 4-6 kg | ca. 1-2 kg |
| Diebstahlschutz | Sehr gut (am Träger und Koffer abschließbar) | Gering (oft nur mit Zusatzschlössern) |
| Crash-Verhalten | Verformt sich, kann undicht werden | Gibt nach, bleibt oft intakt |
| Preis (Set) | ca. 400-1200€ | ca. 150-500€ |
Nachdem Sie nun die verschiedenen Aspekte von Komfort, Legalität und Praxistauglichkeit kennen, liegt es an Ihnen, die für Sie passenden Upgrades auszuwählen. Beginnen Sie jetzt mit einer dieser pragmatischen Verbesserungen und erleben Sie den Unterschied auf Ihrer täglichen Fahrt.
Fragen und Antworten zu Motorrad-Nachrüstungen
Müssen Spiegelverlängerungen beim TÜV eingetragen werden?
Wenn die verwendeten Teile keine allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) besitzen, ist eine Einzelabnahme durch eine Prüforganisation wie den TÜV nach §19 der StVZO erforderlich. Dabei wird geprüft, ob das Motorrad weiterhin die technischen Voraussetzungen für den Straßenverkehr erfüllt.
Was kostet eine Einzelabnahme für Umbauten?
Die Gebühren für eine Einzelabnahme sind nicht einheitlich und hängen vom Prüfaufwand ab. Zusätzlich zu den Kosten für das Gutachten fallen bei der Zulassungsstelle weitere Gebühren (oft um die 40 Euro) für die Eintragung der Änderung in die Fahrzeugpapiere an.
Welche Vorschriften gelten für Motorradspiegel in Deutschland?
Nach §56 der StVZO müssen Krafträder mit Rückspiegeln ausgestattet sein, die eine ausreichende Sicht nach hinten gewährleisten. Eine Verbesserung der Sicht durch Umbauten ist daher grundsätzlich im Sinne des Gesetzgebers, solange die Stabilität und Sicherheit nicht beeinträchtigt wird.